SCHRÖPFEN

Die Behandlung mit Schröpfköpfen (Gläser), kurz Schröpfen genannt, ist bereits ein seit der Antike bekanntes Verfahren. Schon im frühen Ägypten wurden mit Kuhhörnern oder mit dem Mund Hautstellen zu therapeutischen Zwecken gesaugt und somit geschröpft. Ende des Mittelalters verschwand diese Technik in Europa. Grund dafür ist wohl der übertriebene unsachgemäße Umgang mit den Schröpfköpfen gewesen. Erst in den letzten Jahrzehnten erlebte das Schröpfen eine Renaissance, da sich das Wissen über die Lehre von Reflexzonen erweiterte. Beim Schröpfverfahren werden zwei Techniken unterschieden. Blutiges und unblutiges (trockenes) Schröpfen.

Trockenes Schröpfen

In der Naturheilkunde unterscheidet man zwischen aus- und ableitenden Verfahren. Ausleitung bedeutet, dass etwas aus dem Körper herausgezogen wird, z.B. Blut beim Aderlass oder Lymphflüssigkeit aus der von einem Cantharidenpflaster erzeugten Blase. Bei der Ableitung verteilt man das Blut innerhalb des Körpers an andere Stellen, z.B. Wadenwickel bei Fieber (bei kalten Beinen bekommt der Patient warme Wadenwickel, um den fiebrigen, heißen Kopfbereich zu entlasten). Trockenes Schröpfen ist ein ableitendes Verfahren und funktioniert folgendermaßen. Der Anwender taucht für eine Sekunde einen brennenden Watteträger in einen Schröpfkopf und setzt diesen dann unverzüglich auf die entsprechende Hautstelle. Die vorher erwärmte und somit ausgedehnte Luft kühlt nun ab, erzeugt einen Unterdruck und saugt die Haut in das Gefäß hinein. Nach ca. 10-15 Min. entfernt man den Kopf in dem man mit dem Daumen zwischen Glas und Haut hineinfährt, so dass Luft einströmen kann. Oft verbleiben für Stunden bis Tage bläulich gerötete Stellen (Hämatome) auf der Haut zurück. Sie zeigen an wie sehr das Areal gestaut war. Trockenes Schröpfen kommt überall dort zur Anwendung, wo eine Tätigkeit angeregt werden soll. Entweder geht es aus der Anamnese hervor oder die Hautstellen werden mit den Händen abgetastet. Fühlt man einen Zustand der "Leere", z.B. Dellen oder Blässe kann hier zur Durchblutungsanregung trocken geschröpft werden.

Blutiges Schröpfen

Die Schröpfgläser werden im Prinzip genauso wie beim trockenen Schröpfen angesetzt. Allerdings wird die Haut an der entsprechenden Stelle vorher angeritzt. Dazu gibt es extra Geräte (Schröpf-schnepper) oder man benutzt ein kleines Hämostilett. Nach dem das Glas mit Blut vollgelaufen ist kann es entfernt werden. Blutiges Schröpfen gehört zu den ausleitenden Verfahren. Es entstaut das Hautareal, bzw. das Organ welches über eine Head-Zone mit diesem in Verbindung steht. Entweder ergibt es sich aus der Anamnese, der Inspektion oder wenn trockenes Schröpfen ein deutliches Hämatom hinterlässt, wann blutig geschröpft werden kann. Besonders gut sprechen Zustände der "Fülle", z.B. Versulzungen, Verquellungen, gerötete Gewebe (Plethoriker) darauf an.

Unterstützende Maßnahme bei einer Vielzahl von Beschwerden

Wie bereits oben beschrieben, richtet sich die Behandlung mit Schröpfköpfen nach dem Aktivitätszustand (Schwäche, Überfunktion, Yin/ Yang, Völle, Leere etc.) der Organe bzw. der zugehörigen Hautzonen. In der Regel kann man Schröpfen als unterstützende Maßnahme bei fast allen Erkrankungen der inneren Organe einsetzen. Weitere Indikationen stellen Nackenverspannungen, Nacken- Wirbelsäulen Schmerzen, Ischialgie, Migräne, Hüft- und Kniebeschwerden, Lumbalgie oder Abszesse dar.